Mein Name ist Lisa Urban, ich wurde 1977 in Hamburg geboren und lebe auch dort.

 

Am Anfang jedes Bildes steht der Wunsch, etwas auf dem leeren Blatt zu hinterlassen. Die Idee ist meist nicht konkret durchdacht - es gibt ein Gefühl, ein inneres Thema, vielleicht ein Foto oder eine Skizze, an der ich mich orientiere. Eine grobe Vorstellung von der Aufteilung auf dem Blatt.

Dann beginnt das Abenteuer.

Mein ehemaliger Mallehrer sagte immer: "Du kannst nicht das machen, was du willst. Du musst machen, was das Bild will."

Das verstehe ich so, dass das Bild mit dem ersten Strich bereits eine eigene Richtung, ein eigenes Regelwerk hat. Es ist dann schon etwas da. So bin ich angehalten, darauf zu reagieren, was auch immer meine nächsten Schritte sind. Und dennoch fühle ich mich dabei so frei und selbstbestimmt, wie ich nur sein kann. Die Arbeit besteht im immer wieder zurück treten, überlegen und ausprobieren. Der Inhalt des Dargestellten tritt in den Hintergrund. Linien, Flächen, Farben sind zunächst wichtiger.

 

Und am Ende ist es mir und jedem anderen Betrachter überlassen, die eigene Geschichte herauszulesen. Das Bild lässt sich nicht Zeile für Zeile lesen, es passiert alles gleichzeitig. Oft verschwimmen Vorder- und Hintergrund, so dass eine zeitliche Abfolge, die eine geschriebene Geschichte hätte, nicht zu finden ist. Alles möchte gleichzeitig gültig sein.

 

Und nun kann ich das Abenteuer von neuem beginnen - aus allem, was schon da ist, ergeben sich etliche Türen, die durchschritten werden können. Hauptsache, es ist immer ausreichend Zeichenmaterial da!